Einzeltraining oder Gruppe: wann sich 1:1 lohnt

Personal Coaching bei foxred & brindle in Liestal: 1:1-Einzeltraining mit Hund im Indoor-Trainingscenter

Wissen, das bleibt

Einzeltraining oder Gruppe: wann sich 1:1 lohnt

In der Gruppe läuft vieles gut, und trotzdem bleibt ein Thema hängen. Dein Hund zieht an der Leine, obwohl ihr das oft geübt habt. Er reagiert auf andere Hunde oder kommt draussen nicht mehr zuverlässig zurück. Manchmal geht es auch um etwas, das in einer Gruppenstunde keinen Platz hat: Pfotenpflege, Alleinebleiben, Besuch, oder einen Alltag, der gerade zu viel geworden ist. Für solche Themen ist das Einzeltraining da.

Viele denken, Personal Coaching sei die letzte Station, wenn sonst nichts mehr hilft. So ist es nicht. Wir nehmen uns hier einfach Zeit für ein einzelnes Mensch-Hund-Team. Dein Hund muss dafür nicht «schwierig» sein. Manche Fragen lassen sich nur beantworten, wenn man Vorgeschichte, Alltag und Auslöser zusammen anschaut.

Gruppe und Einzeltraining machen unterschiedliche Dinge

Eine Gruppe ist gut für Routine, Ablenkung und das Üben mit anderen Teams. Der Hund lernt dort, ansprechbar zu bleiben, während andere Hunde da sind, Menschen sich bewegen und der Alltag weiterläuft. Für Welpen, Junghunde und erwachsene Familienhunde gehört das fest zum Training.

Für andere Themen reicht das nicht. Dein Hund geht anderen Hunden vielleicht schon von weitem aufgeregt entgegen. Der Rückruf klappt überall, nur nicht dort, wo es drauf ankommt. Oder die Leinenführigkeit sieht zu Hause ganz anders aus als bei uns in der Halle. Mit einer allgemeinen Übung kommt man da selten weit. Man muss zuerst verstehen, woran es liegt. Das eine ist nicht besser als das andere. Es kommt darauf an, was dir und deinem Hund gerade wirklich weiterhilft.

Warum am Anfang die Analyse steht

Im Einzeltraining fangen wir nicht mit einer Übung an, sondern mit Beobachten und ein paar Fragen. In welchen Situationen zeigt der Hund das Verhalten? Was passiert kurz davor, was danach? Wie sieht sein Alltag aus, wie viel Ruhe bekommt er?

Diese Fragen sind wichtiger, als sie klingen. Ein Hund, der an der Leine zieht, hat vielleicht gelernt, dass er so schneller vorwärtskommt. Er kann aber genauso gut überfordert, frustriert oder körperlich angespannt sein. Ein Hund, der bei Begegnungen bellt, «pöbelt» nicht unbedingt. Oft braucht er einfach mehr Abstand, oder er hat nie gelernt, wie er mit so einer Situation umgeht. Wenn wir das vorher klären, arbeiten wir an der Ursache und nicht nur am sichtbaren Verhalten. Das erspart schnelle Rezepte, die gut klingen und trotzdem am Problem vorbeigehen.

Wie wir Einzeltraining sehen

Gutes Einzeltraining fängt bei uns mit Zuhören an. Wir schauen uns Vorgeschichte, Alltag, Auslöser, Körpersprache und die bisherige Lerngeschichte an und bauen daraus einen Plan, der zu diesem Hund und diesem Menschen passt. Unsere Haltung ist dieselbe wie in der Gruppe: gewaltfrei, strukturiert und fair. Wir arbeiten mit ruhigem Aufbau, kleinen Lernschritten, Belohnung und Orientierung, nicht mit Einschüchterung oder schnellen Korrekturen. Das deckt sich mit Fachpositionen wie der AVSAB-Empfehlung zu humanem Hundetraining (AVSAB 2021).

Wir sagen aber auch, wo unser Rahmen endet. Ausgeprägte Angst, Aggression mit Verletzungsrisiko, Stereotypien, plötzliche Verhaltensänderungen oder Hinweise auf Schmerzen gehören nicht ohne genaueres Hinschauen in ein normales Einzeltraining. Da braucht es eine tierärztliche Abklärung, eine spezialisierte Verhaltensberatung oder die Zusammenarbeit mit Fachleuten. Zu einer guten Begleitung gehört, das ehrlich zu sagen, statt alles selbst machen zu wollen.

So läuft ein Personal Coaching bei uns ab

Beim Personal Coaching arbeiten wir allein mit dir und deinem Hund, vom Welpen bis zum Senior. Es findet in unserem Trainingscenter in Liestal statt, oder bei dir zu Hause, wenn das Thema stark am häuslichen Alltag hängt. Davor gibt es ein kostenloses Erstgespräch. Dort klären wir, ob das der richtige Weg ist oder ob Gruppe, Workshop oder eine Abklärung besser passen.

Die erste Einheit ist kein schneller Übungsblock. Wir reden ausführlich über euren Alltag, die Vorgeschichte, das bisherige Training, die Auslöser, den Tagesablauf, die Ruhephasen, die Fütterung und darüber, was du dir realistisch erhoffst. Dabei schauen wir, wie dein Hund sich orientiert, wie er auf Reize reagiert und wo er Hilfe braucht. Erst danach beginnt die Arbeit am Thema. Meistens machen wir zuerst die Situation einfacher, nehmen den Druck heraus und geben dem Hund etwas, das er in diesem Moment auch wirklich kann. Dann kommen kleine Schritte, die du zu Hause weiterführen kannst.

Typische Themen im Einzeltraining

Bei der Leinenführigkeit schauen wir weniger darauf, ob der Hund neben dir laufen kann. Wichtiger ist, wann die Leine straff wird: auf dem Weg zum Park, an einem spannenden Geruch, bei einem anderen Hund, wenn du schneller gehst oder wenn er gleich frei laufen darf. Erst wenn man dieses Muster sieht, lässt sich Leinenführigkeit so aufbauen, dass sie auch draussen hält und nicht nur auf dem Platz. Bei Hundebegegnungen geht es fast nie darum, den Hund näher an andere heranzuführen. Meistens braucht er Abstand, die Erfahrung, dass er die Begegnung nicht allein regeln muss, und einen Menschen, der im richtigen Moment reagiert.

Beim Alleinebleiben spielt die Umgebung eine grosse Rolle, und deshalb ist gerade hier das Einzeltraining stark. Wo liegt der Hund, was passiert, bevor du gehst, welche Gewohnheiten kündigen die Trennung an, wie schnell steigt die Anspannung? So etwas kann man in einer Gruppenstunde kaum in Ruhe beobachten. Auch bei Medical Training, Pfotenpflege, Besuch oder Rückruf bei starken Reizen ist ein Coaching oft der bessere Weg. Die Frage bleibt immer dieselbe: Braucht das Thema einen individuellen Blick, oder ist es in der Gruppe besser aufgehoben?

Gruppe, Workshop oder Einzeltraining?

Was zu euch passt, hängt davon ab, wie speziell euer Thema ist. Ein Entweder-oder ist es selten: Mal ist das Coaching der Einstieg, mal die Ergänzung zur Gruppe, mal der Übergang in einen Workshop.

Gruppe: wenn dein Hund grundsätzlich mitmachen kann und ihr Routine, Alltagssignale und Training unter Ablenkung übt.

Workshop: wenn ein einzelnes Thema mehr Raum braucht, zum Beispiel Leinenführigkeit, Begegnungstraining, Maulkorb- oder Medical Training.

Einzeltraining: wenn dein Thema sehr speziell ist, viel mit dem Alltag zu Hause zu tun hat oder ihr zuerst in Ruhe einen Weg finden müsst.

Was du aus dem Coaching mitnimmst

Am Ende gehst du nicht mit zehn neuen Aufgaben nach Hause, sondern mit einem besseren Gespür für deinen Hund und einem nächsten Schritt, den du wirklich umsetzen kannst. Ein guter Plan ist der, der in euren Alltag passt. Dazu gehört auch ein ehrlicher Blick auf die Erwartungen. Nicht jedes Verhalten ist nach einer Stunde weg. Aber oft ändert sich schon viel, wenn du merkst, wann dein Hund noch lernen kann und wann er nur noch reagiert, und wenn du Situationen so vorbereitest, dass Training überhaupt möglich wird.

Wenn du unsicher bist

Du musst vorher nicht wissen, ob Gruppe, Workshop oder Einzeltraining das Richtige ist. Genau dafür ist das kostenlose Erstgespräch da. Wir schauen zusammen, was zu dir, deinem Hund und eurem Thema passt. Passt Personal Coaching, gehen wir diesen Weg. Passt Gruppe, Social Walk, Workshop oder eine Fachperson besser, sagen wir dir das ehrlich.

Personal Coaching ansehen

Du willst wissen, ob das Einzeltraining zu euch passt? Alle Infos und die Anmeldung findest du auf unserer Serviceseite zum Personal Coaching.

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Quellen und weiterführende Literatur

American Veterinary Society of Animal Behavior (AVSAB), 2021: Position Statement on Humane Dog Training.

Hammerle, M., Horst, C., Levine, E., Overall, K., Radosta, L., Rafter-Ritchie, M., & Yin, S. (2015): 2015 AAHA Canine and Feline Behavior Management Guidelines. Journal of the American Animal Hospital Association, 51(4): 205–221. doi:10.5326/JAAHA-MS-6527

Herron, M. E., Shofer, F. S., & Reisner, I. R. (2009): Survey of the use and outcome of confrontational and non-confrontational training methods in client-owned dogs showing undesired behaviors. Applied Animal Behaviour Science, 117(1–2): 47–54. doi:10.1016/j.applanim.2008.12.011

Ziv, G. (2017): The effects of using aversive training methods in dogs: A review. Journal of Veterinary Behavior, 19: 50–60. doi:10.1016/j.jveb.2017.02.004

Vieira de Castro, A. C., Fuchs, D., Morello, G. M., Pastur, S., de Sousa, L., & Olsson, I. A. S. (2020): Does training method matter? Evidence for the negative impact of aversive-based methods on companion dog welfare. PLoS ONE, 15(12): e0225023. doi:10.1371/journal.pone.0225023

Hiby, E. F., Rooney, N. J., & Bradshaw, J. W. S. (2004): Dog training methods: their use, effectiveness and interaction with behaviour and welfare. Animal Welfare, 13(1): 63–69. doi:10.1017/S0962728600026683

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Ich bin Jens

Mitgründer von foxred & brindle und zertifizierter Hundeinstruktor (HIK-1-plus). Ich trainiere Hunde und ihre Menschen, vom Welpen bis zum Familienhund. Was ich schreibe, kommt nicht nur aus dem Lehrbuch, sondern aus dem, was ich jeden Tag in unserem Indoor-Trainingscenter sehe.